Samstag, 17. Dezember 2011

Wertelehre 7: BURNOUT Das Schachbrett im Kopf mach krank

Unsere schöne Realität kann als Schachbrett brachtet werden. Der freie Wille besteht lediglich darin sich für SCHWARZ oder WEISS zu entscheiden - eben Pest oder Cholera. Das große Arrangement aller Beteiligten ist: Einer muss verlieren; die Hoffnung besteht darin, bei den Gewinnern zu sein.

Daher gibt es vor jedem Spielbeginn immer die heißesten Diskussionen auf welche Seite man sich schlagen will. Jeder fühlt sich bereits als Gewinner und hofft: Je weniger sich für die andere Seite entscheide, desto schnell wird das Spiel für uns gewonnen. Das ist Meinungsbildung der Massen.

Das heutige Schachspiel wird aber auf verschiedenen Ebenen gespielt. Wer siegt steigt auf, aber das Spiel selber hört nicht auf. Wer verliert, wird in die nächsttiefere Ebene verbannt. Wer keinen Einsatz mehr bringen kann, hofft auf die Solidarität der noch aktiven Spieler.


Wer jedoch keinen Platz auf dem Schachbett findet, ist im OFF - im Nirwana - denn der gebildet Mensch kann sich sein Leben und seine Gesellschaft ohne Brettspiel als Denkmuster nicht vorstellen. Er will unbedingt wieder am Geschehen teilnehmen, denn das bedeutet LEBEN. Ein Leben ohne Spiel funktioniert nicht einmal in unserer Vorstellungskraft. Die Menschheit leidet zusagen seit Jahrtausenden an einer Denkblockade. Sie konzentriert sich lediglich darauf andere Spielregeln zu entwickeln. Die neueste Variante ist, den Verlierer mit einer Zwangsabgabe der noch aktiven Spieler am Leben, eben im Spiel zu halten. Das ist sozial. Wir versuchen alle eine unendliche Partie Schach, Monopoly oder Go zuspielen.

Selbstverständlich existieren noch andere Varianten des Brettspiels, wie das asiatische Go. Hier wird ebenfalls ein Sieger ermittelt, aber nicht vernichtend geschlagen wie im Schachspiel. Es geht darum die Größe des eigenen Spielfeldes auszuweiten und den Gegenspieler handlungsunfähig zu machen, indem er eingekesselt wird. Die Spielwelt (unsere moderne Welt der Hochkultur) bleibt daher immer aufgeteilt, umkämpft und einem höheren Gehorsam unterstellt, der nicht der Gesamtheit der Menschheit dienen will, sondern nur den Spielregeln für das Brettspiel.

Grundlegen ist also zu fragen, braucht die Menschheit, um gemeinschaftlich existieren zu können, ein Spielfeld, das mit Regeln immer zu einem Verlustgeschäft für einen Teil, der Teilnehmer führt? Im Schach selber finden wir unser hierarchisches, gesellschaftliches Denken wieder. Jeder Figur stellt in sich selber einen Wert für die Verteidigung des Königs (Eigentümer nach der Schlacht) dar, der nicht anderes kann, als von einem Feld zum anderen zu hüpfen. Die freiwillige Verteidigung und Opferbereitschaft (Systemzwang durch wirtschaftliche Abhängigkeit/ Moral) seiner "Armee" ist die grundlegende Voraussetzung für dieses Spiel - steht aber in keiner Spielregel. Sie wird einfach praktiziert, weil es unserem anglichen natürlichen Denken entspricht - denn wer sich für die Pest entschiedet, wird diese bis zum bitteren Ende verteidigen - für seine freiwillig gewählte Überzeug angeblich freiwillig sterben, obwohl es nur eine Spielregel in unserem Kopf ist. Die Gegenseite denkt genauso, denn es geht um alles - um das Recht zu Leben. Das ist unser Leben. Vielen erscheint dieses Spiel längst sinnlos. Sie wollen nicht mehr Bauer sein, sondern Springer; Dame oder Turm; und der Turm findet sein Dasein mehr als langweilig und wäre lieber Springer. Manch einer träumt…König zu sein.

Im Go-Spiel gibt es dagegen keine hierarchischen Rangfolgen der Spielsteine. Sie sind alle gleich viel wert. Ihre Wichtigkeit entwickelt sich im Spiel. Vielleicht erschließt sich so manch einem die asiatische Vorstellung von Gemeinschaft und doch unterliegen auch sie dem Gewinnen und Verlieren, wie wir - lediglich die Art und Weise - der Weg - zum Ziel ist anders - aber das Ziel ist das gleiche, wie bei uns hier im Westen.


Auf Sieg programmiert ohne Rücksicht auf Verluste

Der Mensch denkt sich die Welt, das Leben eben nur als Brettspiel. Da ist die Vorstellung von großen Marionettenspielern und Schachspielern nicht weit. Doch im echten Leben, entscheiden die Spielfiguren - also auch jeder kleine Mensch - Doch im echten Leben, entscheiden die Spielfiguren - also auch jeder kleine Mensch - freiwillig im Determinismus der gelten Spielregeln für dieses Brettspiel inklusive der Moral nur dem jeweiligem König (schwarz oder weiß) zu dienen. Die Spielregeln sind verinnerlicht und erscheinen als freier Wille. Die Spielfiguren kennen nur ein Ziel - den SIEG, um die Vormacht auf dem Spielbrett - wie ein Spermium, das seine Eizelle sucht.

Würden die Bauern aus ihrer Verteidigung für den schwarzen König ausbrechen und sich für den weißen König entscheiden, ändert sich lediglich der Spielverlauf zu Gunsten des weißen Königs. Die Spielregeln selber und das Feststellen eines Verlierers werden aber nicht aufgehoben oder gar beigelegt. Das Schachbrett dominiert und suggeriert nur einen freien Willen, weil seine Spielregeln als natürlich anerkannt sind - doch in Wahrheit erzeugen sie einen künstlichen freien Willen, der zur Selbstzerstörung im Überlebenskampf auffordert. Eine freie Marktwirtschaft wäre also ein Schachbrett, auf dem jeder, jeden schlagen kann, um zum Vorteil zu gelangen. Einige werden sich wieder zu kleinen Gruppen zusammenschließen, um gemeinsam für eine Sache zu kämpfen. Das Hamsterrad ist also noch voll intakt. das Gewinnen und das damit zwingend notwendige Verlieren werden als Marktgesetze immer noch freiwillig anerkannt.

Wie also soll die Menschheit sich ein Leben ohne Spielbrett vorstellen, auf dem ausgemacht wird, wer zu verlieren hat, damit der andere angenehm leben kann?

Das heutige Wirtschafts- und Gesellschaftssystem ist also lediglich ein Brettspiel. Der freie Wille, der Voluntarismus, ist lediglich sich freiwillig an die Spielregeln zu halten und zu entscheiden ober der Springer vor oder zurückgeht, im Strategiespiel. Würde er sich plötzlich kreuz und quer über das Schachbrett bewegen wie es ihm passt, wäre das Spiel zerstört. Die Sinnlosigkeit des Gewinnens und Verlierenmüssens ist erkannt, doch dann wäre es kein Voluntarismus mehr. Voluntarismus setzt einen festen Basisgrund für die Entstehung des angeblich freien Willens voraus. Im Schach wie auch in unserem Wirtschafts- und Gesellschaftsdenken ist das das Eigentum, eben das Spielbrett.

Würde sich daher die Menschheit auf ein Leben außerhalb des Schachbrettes einigen, ergäbe sich ein Zusammenspiel ohne feste Regeln, aber mit dem Ziel des gemeinsamen Überlebens. Das Eigentum, auf einem Spielfeld stehen zu dürfen, wäre nicht mehr wichtig. Man wäre Eins im Überleben-Wollen. Die Menschheit hätte plötzlich eine nie dagewesene Kraft, die nicht mehr mit einem selbstzerstörerischen Planspiel vergeudet würde. Daraus resultiert die Leere (Burnout) die viele Menschen momentan in sich spüren. Die heutige Logik verbietet dem Menschen eine Gemeinschaft ohne Eigentumsrecht vorzustellen. Da dies die Basis und der Ursprung der Wertschöpfung darstellt.

Unser künstlich Denkart von LEBEN macht krank


Der Grundwert wäre die Leistung, die jeder Mensch für das gemeinsame Überleben einbringen wird (Leistung ist Energie, die Rohstoff zum sinnvollen Gut macht). Hierarchiedenken und Rangfolgen werden sich als kontraproduktiv darstellen. Die Gemeinschaft wird durch Vorteilsdenken und Bonidenken nur geschwächt, der heutige Luxus erscheint als unangebrachte Leistungs-und Ressourcenverschwendung. Der Mensch erhält so seine natürliche Vernunft zurück, die nicht mehr gebeugt wird durch das Eigentumsrecht und Ego Belohnungssystem.

All diese Dinge fallen uns aber heute nicht auf, da jeder kontraproduktive Schritt auf einem Schach- oder Gobrett gegen einen Teil der Menschheit zum Vorteil einem andern Teil der Menschheit dient, aber eben nicht allen.

Um diesen inneren Konflikt zu unterdrücken erfand sich der Mensch die Moral. Sie soll den späteren Verlieren als Gnade zu Gute kommen, damit er sich wieder aufrappelt, um beim nächsten Spiel voller Hoffnung aufs Neue antreten zu können.

Nun ist unser Schachspiel längst in einem Remis angekommen. König und König stehen sich gegen über und flüchten von einem Feld zum anderen. Im Hintergrund brodelt es in den geopferten Schachfiguren. Sie verlangen nach neuen Spielregeln, damit sie wieder in Aktion treten können.

Das ist immer noch der freie Wille zwischen Pest oder Cholera. Egal wer gewinnt, die Menschheit an sich verliert immer. Ich will mich für keines entscheiden. Ich bin für ein Leben ohne Brett!
Hast du es noch? Das Brett vorm Kopf?





Pest:
... auch als schwarzer Tod bezeichnet – eine hochgradig ansteckende, bakterielle Infektionskrankheit. Sie tritt in Epidemien auf und war bereits in der Antike bekannt. Seitdem hat sie unzählige Todesopfer gefordert. Unbehandelt verläuft die Pest in der Regel tödlich. Allerdings sind auch milde Verläufe möglich.
(Quelle: www.onmeda.de)

Cholera:
... eine durch das Bakterium Vibrio cholerae ausgelöste Durchfallerkrankung, die unbehandelt in bis zu 60 Prozent der Fälle tödlich endet.
(Quelle: www.onmeda.de)

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